Gefahrene Reiseroute:

Österreich, Ungarn, Ukraine, Russland, Sibirien,  Japan,  Kanada

 und wieder zurück nach Europa, Österreich.

 

                 Ich startete die Reise   am 15. Mai 2006   und  die  Streckenlänge betrug 24.800 Kilometer , die von mir  mit dem   Motorrad befahren wurde, 2000 Kilometer mit der Transsibirischen Eisenbahn, von Cita bis Khabarobsk, 1000 Kilometer mit dem Schiff von Tokio bis Fushiki Toyama in Japan , 7511 Kilometer von Tokio bis Vancouver in Kanada, mit der Air Kanada  und von Toronto bis Frankfurt 6.200 Kilometer mit der Lufthansa.   Insgesamt  wurden 41.411  Kilometer  zurückgelegt und die Reise dauerte  bis zum 9. August 2006, also genau 87 Tage

Zuerst wollte ich mit dem Motorrad von Kärnten aus lediglich bis in die Mongolei fahren. Beim Besuch eines Freundes in Toronto in Kanada (im Jahre 2004) las ich einen Zeitungsartikel, über die Weltreise zweier Amerikaner mit dem Motorrad. Ich war von diesem Artikel so fasziniert, dass ich mich ab diesem Zeitpunkt gedanklich damit auseinandersetzte, ebenfalls eine Weltreise mit dem Motorrad – mit meinen neuen Händen – zu starten. Dieser Gedanke beschäftigte mich so intensiv, dass ich mich dazu entschloss, dieses Abenteuer in Angriff zu nehmen. Einige Zeit später im April 2005, hörte ich von der Weltumrundung des Vorarlbergers Franz STELZL der im Jahre 2003 , vom 25. Mai bis Ende August , mit seinem Motorrad (in 90 Tagen) den Erdball umrundete. Ich nahm mit Franz Stelzl Kontakt auf und seine Schilderung der Reise um die Welt begeisterte mich.

Ich hatte schon einige Motorradreisen um die halbe Welt hinter mir. Als ich 1972 meine Lenkerberechtigung für das Motorrad erwarb, fuhr ich mit meiner alten Puch TF 250 von Feldkirchen, über Italien, Schweiz, Frankreich Spanien, Portugal über Gibraltar nach Marokko und über Spanien, Frankreich, Deutschland , zurück nach Österreich   Mit meinem Bruder Meinhardt fuhr ich 1983 mit meiner neu erstandenen BMW R100 RS zum Nordkap und zurück. 1985 fuhren Meinhardt und ich mit die Motorräder  quer durch Afrika. Im Jahre 1988 fuhr ich  mit Meinhardt 21.000 km quer durch Kanada und Alaska und den USA.  Mit meiner Tochter Andrea reiste ich 1994 nonstop mit dem Motorrad von Feldkirchen bis Peking. 2003 fuhr ich mit Biker-Freunden aus Tirol quer durch Südamerika, wobei wir in Bolivien in eine Revolution gerieten. Das war drei Jahre nach meiner doppelseitigen Handtransplantation an der Universitätsklinik Innsbruck. Zwischendurch machte ich einige „Aufwärm- touren", unter anderem ans Nordkap mit meinem Bruder Meinhardt und dessen zwei Söhnen.

  Anfang 2005 begann ich mit der konkreten Planung  meiner Weltreise. Meine Frau Roswitha war von meiner Idee, mit dem Motorrad um die Welt zu reisen nicht begeistert . Es hat lange gedauert, bis ich sie von meinem Vorhaben überzeugen konnte. Sie kannte meine Leidenschaft, und unterstützte schließlich mein Vorhaben stillschweigend. Auch von meiner Tochter bekam ich das Okay für die meine  Weltreise. Zuerst legte ich die Reiseroute fest: "Sie führte von Österreich über Ungarn, Ukraine, Russland, Sibirien, Mongolei, zurück nach Russland bis Wladiwostok, quer durch Japan, nach Vancouver in Kanada, über Whitehorse  nach Dawson Creek über die größten Nationalparks Kanadas Jasper, Lake Louis und Banff nach Calgary, der Olympiastadt  aus dem Jahre 1988, über die Provinzen Alberta, Saschkazewan, Manitoba, Ontario, nach Halifax, und Toronto, zurück nach Deutschland und weiter  nach Österreich."

Ich besuchte einen Russischsprachkurs beim Klagenfurter Sprachinstitut Ilingua in der Waaggasse und meine russisch Lehrerin Ljuba Vit brachte mir diese schwere Sprache bei. Sie gab sich große Mühe mir diese Sprache einigermaßen verständlich beizubringen. Es war wichtig für mich, dass ich lesen und einigermaßen sprechen konnte. Mein Motorrad, die 1000er BMW, Baujahr 1977, wurde mit einen 80 Liter Spezialtank und mit verstärkten Stoßdämpfern hinten, sowie zwei 40 Liter Alu-Packtaschen ausgerüstet. An Gepäck hatte ich Ersatzteile fürs Motorrad, eine Notration zum Essen und Speck von meinem Freund Silvester mit. Weiters hatte ich natürlich auch Bekleidung, Waschzeug und Toiletteartikel und Werkzeug , 1 Paar Ersatzreifen, Ersatzschläuche, Schlafsack mit Unterlage usw. mit. Ich hatte auch mein Zelt dabei in welchen ich sehr oft übernachtete. Ich schlief aus Sicherheitsgründen - speziell in Russland - aber auch in Unterkünften, wie (Hotels, Gastiniza`s).

Nachdem ich alle Vorbereitungen abgeschlossen und sämtliche Genehmigungen und Impfungen (Businessvisum für 3 Monate von Troika Reisen und Einladungen für die Durchreise ...) eingeholt hatte, ging es am 15. Mai 2006 los. Ich wurde zu Hause in Feldkirchen von einer kleinen Gruppe von Freunden und Bekannten verabschiedet. Es lag eine gewisse Wehmut und Ungewissheit in der Luft. Mein Bruder Meinhardt begleitete mich bis zur österreichisch-ungarischen Grenze. Er sagte bei der Verabschiedung: „Bei der deutschen Grenze hol’ ich dich wieder ab, das kleine Stück dazwischen musst du alleine fahren."  Nach dieser Aussage blickten wir uns lange an und dann gab es ein letztes Gute Fahrt und ich fuhr los in Richtung Ungarn.

Die nächsten Tage, Wochen und Monate fuhr ich Richtung Osten. Den ersten Abend übernachtete ich in einem Motel der Nähe von Budapest. Ungarn und die Ukraine waren mir schon durch frühere Reisen vertraut. Ebenso die schlechten Straßen. Sie waren Rumpelpisten, auf denen ich ordentlich durchgeschüttelt wurde. Ich blieb stehen und kontrollierte immer wieder mein Motorrad, ob wohl noch alle Schrauben auf ihren Plätzen waren. Streckenweise gab es bis zu 40 Zentimeter tiefe Schlaglöcher in denen man landete, wenn man nicht aufpasste. In einigen Stadt- und Ortszentren waren die Straßen teilweise in viel schlechterem Zustand als auf dem Land. Ich hatte Mühe, meine schwere Maschine auf Kurs zu halten, musste aufpassen, dass ich nicht stürzte. Ohne fremde Hilfe hätte ich mein (500 Kilo schweres ) Motorrad nicht aufstellen können. Meine neuen Stoßdämpfer, die ich vor der Abfahrt eingebaut hatte, gaben schließlich den Geist auf. Sie hatten keine Dämpfwirkung mehr und der Rahmen schlug durch, sodass der Reifen durch eine Schraube aufgeschlitzt wurde. Hilfsbereite russische Autofahrer blieben stehen und halfen mir die Sache zu reparieren. Starke Gewitter, Regengüsse und Hitze waren meine Begleiter auf den langen, endlosen Straßen durch Sibirien.

Am 20. Tag meiner Reise gelangte ich nach Novosibirsk in Westsibirien, der viertgrößten Stadt Russlands. Dort besuchte ich die Lager und die Arbeitsstätten, wo mein Vater fünf Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft war. Heute sind dort noch die Baracken und Lager zu sehen. Ich dachte an meinen Vater, der vor 9 Jahren gestorben war. Er erzählte uns Kindern von seiner Kriegsgefangenschaft und was er dort erlebt hatte. Die Arbeitsbedingungen waren sehr hart und viele Kriegsgefangene starben während dieses langen Aufenthaltes in der Gefangenschaft. Ich dachte mir als ich an der Stelle stand, dass mein Vater hier in dieser Weite Sibiriens die normalerweise schönsten Jahre eines Lebens verbringen musste und er von seiner Jugend überhaupt nichts hatte.

Novosibirsk ist heute eine aufstrebende Wirtschaftsmetropole. Ich blieb drei Tage in dieser Stadt und sah mir viele historische Gebäude und Sehenswürdigkeiten an. In dieser Stadt wo der OB, einer der größten Flüsse Russlands, durchfließt ist auch die Oktoberrevolution von Lenin ausgegangen und Lenin ist heute noch der große Held dieser Stadt - viele Denkmäler von ihm erinnern daran. Ich stellte fest, dass es in den Tagen wo ich hier Novosibirsk meinen Aufenthalt hatte sehr warm war. Am 4.06.2006, um 18.00 Uhr, hatte es noch 25 Grad Celsius.

Von Novosibirsk ging es am 5. 6.2006 über Krasnojarsk weiter nach Irkutsk zum Baikalsee. Die Stadt Irkutsk liegt etwa 5.000 Kilometer von Moskau entfernt. Die Straßen in Sibirien waren katastrophal. Circa 150 Kilometer vor Cita hatte ich mit dem Motorrad einen Rahmenbruch und einen Reifenschaden.

 

 Ich sah mich schon in der Wildnis übernachten. Da hielt ein Auto, aus dem drei Burschen stiegen und mir ihre Hilfe anboten. Nach ungefähr zwei Stunden war der Schaden behelfsmäßig behoben und ich konnte die Strecke bis zur nächsten Stadt (Cita) fortsetzen. Dort ließ ich mein Motorrad in einer Werkstätte reparieren. Russische Mechaniker vom dortigen Motorradclub halfen mir dabei. Der Rahmen musste geschweißt werden, weil er unter dem Sitz total durchgerissen war. Die hinteren Stoßdämpfer mussten ebenfalls repariert werden. Da die Russen Meister im improvisieren sind, wurde auch das geschafft. Anschließend stießen wir in einem Lokal auf die gelungene Arbeit an, wir aßen und tranken bis in die frühen Morgenstunden. Wodka floss reichlich und es war eine super Stimmung. Ich traf auch Wlad , einen guten Bekannten von meinen Freund Franz Stelzl, welchen dieser vor            3 Jahren kennen gelernt hatte.

50 Kilometer außerhalb von Cita nach Khabarovsk war die Straße für schwere Motorräder für die nächsten 2000 Kilometer nicht mehr befahrbar. Hier konnte man lediglich mit großen Lkws oder Traktoren fahren, aber die Strasse ist im Bau und wird in den nächsten 4 Jahren durchgehend auch für Motorräder gut befahrbar sein.

So lud ich mein Motorrad in Cita mit Hilfe von mehreren Männern von der Bahngesellschaft auf die Transsibirische Eisenbahn und fuhr 2.000 Kilometer an der chinesischen Grenze und am Amur, dem Grenzfluss zwischen Russland und China, bis nach Khabarovsk. Es war ein großartiges Erlebnis, mit dem Zug durch die sibirische Taiga zu fahren, durch riesige Birken- und Föhrenwälder die Landschaft während der Fahrt vorbeiziehen zu lassen. Ich erreichte Khabarovsk am 19.06.2006. Dort war ich verwundert, als mich fünf riesige Männer am Bahnhof erwarteten. Ich wurde mit einem "Hi Theo , you are from Austria" herzlich begrüßt .

Die Männer waren vom örtlichen Motorradclub welcher vom Motorradclub in Cita verständigt worden war, dass der österreichische Motorradfahrer und Weltumrunder Theo mit seinem Motorrad ankommen würde und dass sie mir helfen sollten das Motorrad vom Zug bzw. aus dem Waggon zu heben. Gesagt getan, die Männer warteten auf dem Bahnhof bis mein Zug einfuhr. Wir gingen zum Waggon wo mein Motorrad verladen war und in wenigen Minuten war mein Moped abgeladen und das mit purer Muskelkraft denn einen Hubstapler gab es nicht. Im Anschluss lud ich die Burschen zum Essen und zum Trinken ein und es wurde wieder ein schöner Abend.

Ich blieb 2 Tage in Khabarovsk, schaute mir die Stadt und die Umgebung an und machte auch Ausflüge in die Umgebung. Besonders beeindruckt hat mich bei meiner Reise durch Sibirien die unendliche Weite , die riesigen Birken- und Föhrenwälder und ich merkte regelrecht, dass die Erde rund ist . Auch stellte ich fest, dass dieses riesige Land entlang meiner Fahrtroute aus riesigen landwirtschaftlichen Äckern bestand und große landwirtschaftliche Betriebe angesiedelt waren.

Von Khabarovsk brach ich am 21. Juni 2006 auf und fuhr 800 Kilometer in die im Süden gelegene Stadt Wladiwostock. Sie ist Endstation der Transsibirischen Eisenbahn, Russlands größter Pazifikhafen und Hauptstützpunkt der russischen Pazifikflotte. Der Hafen wird mit Eisbrechern ganzjährig offen gehalten. Dort übernachtete ich bei Alexander Schustrik, der ebenfalls begeisterter Motorradfahrer ist. Er wurde vom Motorradclub in Khabarovsk verständigt und hat mich am Stadtrand von Wladiwostok sehr herzlich empfangen. Ich konnte vier Tage in seinem Apartment übernachten und so das russische Leben hautnah in der östlichsten Stadt Russlands erleben. Die Hilfsbereitschaft, die Herzlichkeit und die Freundlichkeit der Russen war grenzenlos und großartig. Ich möchte dies nicht missen, denn das war für mich eine Erfahrung der ganz besonderen Art. Nach einer ausgiebigen Besichtigungstour in Wladiwostok wo ich viele historische Plätze besichtigen konnte, unter anderem die Endstation der Transib, wie sie liebevoll genannt wird, fuhr ich am 26.6.2006 mit der Fähre „Wladivostock" vom russischen Festland nach Japan. Auf der zweieinhalb Tage dauernden Schiffsreise lernte ich Alexander Ramirez kennen, den Präsidenten der Blue Knights Florida IV, einer Motorradvereinigung, der Polizisten weltweit angehören. Er war auch mit seinem Motorrad auf Weltreise. Wir fuhren gemeinsam eine Woche quer durch Japan, quer durch die Städte Tokio und Yokohama – in denen an die 40 Millionen Menschen leben. Die Straßen waren mehrstöckig angelegt, es gab sechs bis acht Fahrspuren sowie Linksverkehr. Ich fuhr in der achten Etage und sah auf die Stadt hinunter. Starker Regen setzte ein und machte die Durchfahrt gefährlich. Da ein Anhalten auf diesen dicht befahrenen Straßen nicht möglich war, war ich komplett durchnässt als ich am Zielort ankam.

Der Transport meines Motorrades von Tokio nach Vancouver gestaltete sich schwierig, weil die Transportfirmen keine persönlichen Effekte mehr transportierten. Nur DHL- Global Forwarding konnte ich es verdanken, dass ich mein Motorrad von Japan nach Kanada bringen konnte. In Japan war alles sehr kompliziert, mein Handy funktionierte nicht mehr, meine Kreditkarten wurden nicht akzeptiert, ich konnte damit lediglich in den Hotels meine Rechnungen bezahlen. Zum Glück hatte ich noch Bargeld (US Dollar) bei mir. Die Japaner waren sehr nett – immer lächeln war die Devise – das Leben dort war sehr teuer.

 

Endlich konnte ich am 14.07.2006 Japan vom Narita Airport auf dem Luftweg in Richtung Kanada verlassen. Ich flog mit der Kanada Airline nach Vancouver, der Flug dauerte 9 Stunden. In Kanada angekommen, musste ich das Wochenende abwarten bis ich mein Motorrad aus dem Warehouse am Flughafen holen und die Zollabfertigung erledigen konnte. In der Zwischenzeit lernte ich zwei Tiroler Touristen kennen, die aus dem Zillertal stammten. Wir fuhren gemeinsam nach Whistler Mountain, in den Stanlypark und an andere Orte.

Am Montag, den 17.07.2006 holte ich mein Motorrad vom Flughafen ab. Die Zollbeamten waren hilfsbereit und freundlich. Sie staunten nicht schlecht, als ich Ihnen von meinen neuen Händen und meiner Weltreise erzählte. Bevor ich meine Reise quer durch Kanada antrat, musste ich noch ein großes Service an meinem Motorrad machen lassen.

In den nächsten Tagen ging es den Fraser Canyon in Richtung der Nationalparks Banff und Jasper, wo ich die schönsten Landschaften und die Tierwelt Kanadas kennen lernen durfte. In weiterer Folge ging es hinauf nach Prinz George, nach Withehorse, dann über die Alaska Highway nach Dawson Creek, nach Edmonten und Calgary, der Olympiastadt von 1988. Weiter ging es über die unendlichen Weiten der Prärie Albertas, Manitoba. Auf dieser Fahrt, die sehr abwechslungsreiche Erlebnisse bot, lernte ich sehr viele Leute kennen und konnte so mein Netzwerk rund um die Welt weiter ausbauen. Ich übernachtete viel in meinem Zelt auf Campingplätzen. In Ontario ging ein fürchterlicher Sturm, der viele Gebiete stromlos machte weil viele Bäume entwurzelt wurden und auf die Stromleitungen fielen. Die Leute mussten schauen wie sie ihre Lebensmittel retten konnten, weil fast alle Kühlschränke und Kühltruhen keinen Strom hatten. Weiter ging es bis Ottawa, Montreal und zurück nach Toronto, wo ich meine langjährigen Freunde Hermann Mayer und Ernst Pegutter besuchte die im Jahre 1951 von Deutschland sowie von Österreich nach Kanada ausgewandert waren.

Ich konnte bei Hermann Mayer übernachten. Er lebt allein und ist ebenfalls begeisterter Motorradfahrer. Dort lernte ich auch Kurt aus Colorado kennen, der mich zu sich nach Colorado einlud, damit wir gemeinsam etwas mit den Motorrädern unternehmen können, wie er sagte. Von dort wurde dann auch der Transport des Motorrades von Toronto nach Frankfurt in Deutschland vorbereitet. Mr. Pichup Graham, von DHL-Global Forward Toronto, machte es möglich, dass ich innerhalb von sechs Stunden mein Motorrad flugfertig verpackt und abgefertigt hatte. Er half selbst beim Verzurren und Aufladen mit. Die Kosten für den Transport nach Frankfurt brauchte ich erst in Deutschland zu bezahlen. Ich freute mich riesig über diese Botschaft.

Nachdem wir dies alles erledigt hatten, fuhren Herrmann Mayer und ich zurück nach Ajax, aber nicht ohne dass wir unterwegs anständig essen gegangen sind. Die letzten Tage in Toronto waren mit Besuchen von Freunden verbunden. Ernst Pegutter hat uns zu sich nach Hause eingeladen, wo wir einen schönen Abend bei Kärntner Musik mit einer steirischen Harmonika verbrachten. Ich freute mich schon auf zu Hause, auf meine Frau und meine Lieben. Mayer brachte mich am Abflugtag zum Flughafen von Toronto. Ich flog mit einer Boing 747 in sechseinhalb Stunden nach Frankfurt. Ich verbrachte den ersten Tag wieder in Europa in einem Hotel in der Nähe des Flughafens. Am nächsten Tag holte ich mein Motorrad von der Transportfirma ab, erledigte die Zollformalitäten und fuhr als danach zu meiner Schwester nach Schweinfurt, die dort mit ihrer Familie wohnt. Ich wurde herzlich empfangen und es gab am Abend gegrilltes Fleisch und etwas zu trinken. Wir feierten bis in die Nachtstunden.

Dann kam der Tag, an dem ich die letzte Etappe meiner Weltreise antrat. Nach einer herzlichen Verabschiedung von meiner Schwester ging es von Schweinfurt 650 Kilometer in Richtung Feldkirchen. Die Fahrt verlief ohne Schwierigkeiten. Nach mehreren Stunden erreichte ich endlich die österreichische Staatsgrenze. Als ich die Bundesgrenze überschritt hupte ich sehr laut und sehr oft, weil ich nach 85 Tagen Österreich wieder erreicht hatte. Ich kaufte mir ein Autobahn Pickerl und fuhr anschließend zu der Stelle, wo ich mit Bruder Meinhardt vereinbart hatte, dass wir uns trafen. Als ich mein Motorrad abstellte, kam Meinhardt mit seinem Freund angefahren. Wir begrüßten uns so herzlich, wie wir uns seinerzeit an der ungarischen Grenze verabschiedet hatten. Ich sagte zu Meinhardt: „Hallo, die kleine Wegstrecke zwischen der ungarischen- und der deutschen Staatsgrenze über Russland habe ich bewältigt, jetzt können wir wieder gemeinsam nach Hause fahren." Wir umarmten uns schauten uns lange an und hatten beide Tränen in den Augen. Wir fuhren ohne anzuhalten bis zur Mautstelle durch und dann ging es durch den Katschbergtunnel in Richtung Heimat. Am Millstätter See wurde ich von einer ganzen Motorradarmada, von Freunden und Kollegen abgeholt. Ich wurde von allen sehr herzlich begrüßt. Im Anschluss ging es durch das Gegental in Richtung Feldkirchen.

In Ossiach wurde ich von der motorisierten Polizeistreife Feldkirchen, mit der Bemerkung in Empfang genommen, „... damit Du dich die letzten Kilometer bis nach Hause nicht verirrst". Dann ging es über Ossiach nach Feldkirchen, wo ich vom Bürgermeister und der gesamten Stadtregierung der Stadtgemeinde willkommen geheißen und herzlich begrüßt wurde. Das Herz schlug immer schneller und die Sehnsucht endlich nach Hause, zu meiner Frau zu kommen, wurde immer größer und die Spannung stieg. Als ich in meine Gasse einbog, erlebte ich eine große Überraschung. Die gesamte Gasse war festlich geschmückt und in der Mitte spannte sich ein Bogen über die ganze Gasse mit der Aufschrift: "Herzlich Willkommen."

Ich war tief Gerührt über diesen herzlichen Empfang, den mir meine liebe Frau Roswitha bereitet hatte. Es waren viele Freunde gekommen, die mir zu meiner großartigen Weltumrundung und zu dieser gigantischen Leistung gratulierten.

Bei dieser Weltumrundung legte ich 24.800 Motorradkilometer zurück, 2.000 Kilometer mit der Transsibirischen Eisenbahn, 1.500 Kilometer mit der Fähre von Wladivostok nach Japan, und 13.600 Flugkilometer.

 

 

 

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